Archiv für den Monat: November 2016

Socke Pirat

Man hat es schon nicht leicht

Man hat es schon nicht leicht

Ja, das Leben ist hart und ungerecht. Seit über 14 Tagen liege ich nun hier, eingeklemmt in einer Ritze zwischen Wand und Kinderbett. Es ist ziemlich dunkel hier, und auch etwas staubig. Sagen Sie das aber bloß nicht der Hausherrin, die hält viel auf Reinlichkeit und wenn sie wüsste, was hier so los ist, dann würde sie mit aller Gewalt am Bett ziehen. Was sie nicht darf, sie ist nämlich schwanger, und der Herr des Hauses, der sowas mühelos erledigen könnte, ist auf etwas, was sich Geschäftsreise nennt. Auf jeden Fall ist er nicht da, seit fast zwei Wochen schon, und das Bett ist wirklich ziemlich sperrig und nicht leicht zu bewegen.

Rechts neben mir hat sich ein Schnuller verkeilt, was nicht weiter schlimm ist. Luis, der Besitzer des Schnullers ist nämlich schon drei, und eigentlich soll er ohne Schnuller auskommen. Es gab ein paar Tränen, als der Schnuller verschwand, aber da es für Notfälle noch immer einen weiteren Schnuller gibt, ist der Verlust nicht ganz so tragisch. Links von mir wartet ein kleines Lego-Männchen auf Rettung. Der Verlust des Männchens war schon dramatischer, wenn auch nicht für dessen Besitzer. Luis´ Mama wurde ganz panisch, als sich herausstellte, dass das Männchen nicht mehr da war. „Er hat es verschluckt. Ganz bestimmt. Ich hab Dir gleich gesagt, die kleinen Legosteine sind noch nichts für ihn.“ Luis´ Papa konnte sie nur mit Mühe beruhigen und sie an einem Selbstversuch hindern. Ganz ehrlich: ich bezweifle sehr, dass ein Mensch einen der Brüder des Männchens verschlucken könnte, aber sie war drauf und dran, es auszuprobieren.

Mein dritter Gefährte hier unten, ein benutztes Papiertaschentuch, ist nicht der Rede wert und wurde auch überhaupt nicht vermisst. Das gilt auch für den fünften im Bunde, einen halben Keks, wenngleich der so langsam auseinanderfällt. Was mir schon ein wenig Angst macht, denn er befindet sich schräg über mir. Und Krümel sind etwas, was ich nicht so gut leiden kann. Sobald ich nämlich vollgekrümelt bin, muss ich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an den Ort, an dem man mich vermutet. In die Waschmaschine. Ich weiß noch genau, was Luis´Mama am Tag meines Verschwindens leise zu ihrem Mann sagte: „Ich wette, die Waschmaschine hat ihn gefressen.“ Zum Glück hatte Luis das nicht gehört, der war nämlich sowieso schon ziemlich verzweifelt, weil ich weg war. Nun gibt es zwar auch von mir zwei, aber das muss auch so sein.

Falls Sie es noch nicht erraten haben: ich bin eine Socke. Genauer gesagt, gehöre ich zu Luis´ Lieblingssocken, weil ich wirklich lustig aussehe. Ich habe sogar einen Namen: Kapitän Söckli. Den hat mir bzw. uns Luis´ Papa verpasst. Luis liebt das Piraten-Motiv auf mir, und er war wirklich sehr traurig, als ich verloren ging. Seitdem bemüht er sich sogar, beim Ausziehen nicht mehr alle Kleidungsstücke durch den Raum zu schleudern. Dieser Unart verdanke ich es nämlich, dass ich nun hier liege. Na ja, außerdem dem Umstand, dass an dem besagten Abend Luis´Papa dabei war, als Luis den Schlafanzug anzog. Der macht gerne Faxen und sieht es nicht so eng, wenn es beim Aus- oder Anziehen etwas wilder zugeht. Zugegebenermaßen ist das alles etwas blöd für mich gelaufen. Ich hoffe aber immer noch darauf, gefunden zu werden, spätestens beim nächsten Großputz, den wird Luis´ Mama sich nicht nehmen lassen, wo es doch bald auf Weihnachten zugeht. Aber jetzt sind Sie sicherlich ganz neugierig darauf, wie ich aussehe.

Das Bild ganz links gehört zu mir, aber das haben Sie sich bestimmt schon gedacht. Wer Piraten blöd findet (was ich allerdings so gar nicht nachvollziehen kann), findet aber auch noch andere Motive. Nicht nur Socken mit Fröschen, Flamingos und Feuerwehrautos, es gibt auch Rehkitze, Vögel, Tiger und Eulen.

Weil ganz viele Kinder gerne die Hausschuhe weglassen und am allerliebsten nur in Socken umherflitzen, gibt es von Sterntaler ganz besondere Socken, die Fliesen-Flitzer. Die „Fliflis“ sind Socken mit einer Gummisohle, die luftdurchlässig ist, damit die Füße nicht schwitzen. Diese Sohle ist total praktisch, weil die Kinder damit nicht so leicht ausrutschen, wenn sie über glatte Böden rennen. Luis hat auch welche.

Es gibt ganz tolle Motive. Katzen, Esel, Bären, Elefanten, eine Unterwasserlandschaft, Bagger und sogar Meerjungfrauen.

Außerdem Fliesenflitzer mit Löwen, Käfern und sogar mit Nilpferden. Die sind alle so schön, dass es auch viel zu schade wäre, wenn man da Hausschuhe drüber zieht….

Leider, leider gibt es keine Fliflis mit Piraten drauf. Aber ich will mal nicht so sein: der Rest ist auch nett!

Wer gar kein Motiv möchte, der kann auch einfach bunte Socken anziehen, die gibt es als normale Socken und auch als kurze Sneaker-Socken, ja, und als Fliesen-Flitzer natürlich auch. Pure Colour heißen die, und es gibt sie in tollen Farben!

Und dann gibt es noch praktische Krabbelstrumpfhosen, die sind wie die Fliflis, da sitzt eine Gummibeschichtung am Fuß und an den Knien.

Das Baby, das Luis´ Mama erwartet, wird übrigens ein Mädchen. Ich hoffe sehr, dass es Piraten mag. Ich sehe nämlich noch verdammt gut aus, und weil ich Luis vermutlich ohnehin zu klein bin, wenn man mich endlich wiederfindet, würde ich gerne ein weiteres Kind glücklich machen. Also drückt mir die Daumen, dass das Bett bald verschoben wird, möglichst, bevor der Keks völlig zerbröselt ist. Wobei unter uns gesagt: Ich glaub das Märchen von der Waschmaschine nicht. Ich wette, die meisten verloren gegangenen Socken teilen mein Schicksal. Sie liegen neben Taschentüchern, Keksen und kleinen Spielsachen eingeklemmt neben dem Bett.


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Emilie2

Die Eule ist los

Ja, tatsächlich: die Eule ist los. Dies ist angeblich ein Athener Sprichwort, das bedeuten soll, dass wir Glück haben.

Auch sonst ranken sich allerhand Geschichten, Gedichte, Aphorismen und Sprichwörter um diesen Vogel. So gelten Eulen als weise, als klug, der Kauz, ein naher Verwandter, als wunderlich und verschroben. Ob das jeweils zutrifft, lassen wir mal dahingestellt. Fest steht: Eulen sind toll, seit einiger Zeit beschäftigen sich daher nicht nur Ornithologen, Biologen und Tierpfleger, sondern zunehmend auch Designer mit diesen faszinierenden Vögeln. Und in diesem Jahr haben wir endlich das Glück, dass es auch bei Sterntaler heißt: die Eule ist los. Besser gesagt: eine ganz bestimmte Eule mit dem Namen Emilie.

Emilie ist auf jeden Fall eine lustige und recht farbenfrohe Vertreterin ihrer Art.

Sie mag es bunt, zu den Grundfarben der Motivserie, Grau und Winterpink, einem leuchtenden Magenta-Farbton, kommen Marine, Azurblau, Petrol und Lichtgrün. All diese Farben treffen zusammen in einem Blumenmuster, das typisch für die Serie ist und bei diversen Artikeln eine Rolle spielt. Hinzu kommt ein Streifenmuster aus den beiden Grundfarben, Emilie ist also wirklich eine originelle, einzigartige Eule.

Sie präsentiert sich kindgerecht weich und kuschelig als Schmusetuch, Wärmekissen oder Schmusedecke.

Als Greifling, Spielbuch, Laufgitterspielzeug oder Anhänger für den Kinderwagen zeigt sie ihre unterhaltsame Seite.

Anziehend ist sie natürlich außerdem, ob als niedliches Stramplerset, als lustige Zipfelmütze oder als witziger Bademantel.

Im Badezimmer macht Emilie sich ebenfalls gut, sie schmückt Kapuzentücher, Waschhandschuhe, Kinderhandtücher und den kuscheligen Poncho. Bei den Kapuzenbadetüchern und den Waschhandschuhen steht als alternatives Motiv Emilies Symbol, ein Baum mit bunten Blättern, zur Auswahl. Auch bei den Ärmellätzchen und den Klettlätzchen der Serie ist das der Fall. Ergänzend gibt es niedliches buntes Kindergeschirr. Damit machen die Mahlzeiten gleich viel mehr Spaß!

Als Nackenstütze ist die lustige Eule auch unterwegs mit von der Partie, und als Laufgittereinlage oder Krabbeldecke mit Spielbogen begleitet sie den Nachwuchs, wenn er anfängt, mobil zu werden.

Schlafsäcke, Nestchen und Bettwäsche sorgen dafür, dass niemand abends auf Emilie verzichten muss.

Emilie gehört zu denjenigen Serienfiguren, die Ihr Kind auch bis ins Vorschulalter begleiten. Im Kindergarten freut sich Ihr Sprössling über die witzige Kindergartentasche mit den Eulen-“Ohren“, den lustigen Regenschirm, die Emilie-Trinkflasche oder die Brotdose.

Unterwegs leistet der Freizeitrucksack gute Dienste, und auf kleinen Reisen müssen unbedingt der niedliche Emilie-Kulturbeutel und der Trolley mit von der Partie sein. Die Emilie Handpuppe schließlich wird auch noch Schulkindern Freude bereiten, Eulen sind schließlich Kult, und fürs Kaspertheater ist man nie zu alt.

Und wenn es auch Sprichwörter gibt, die da behaupten, dass Eulen unmusikalisch sind, auf Emilie trifft das ganz und gar nicht zu.

Die kleine Spieluhr erfreut die kleinen Ohren mit Brahms Wiegenlied (Guten Abend, gute Nacht), bei dem süßen Musik Mobile stehen außerdem 6 weitere Melodien zur Auswahl. Und die großen und mittleren Emilie-Spieluhren sind mit beinahe 50 verschiedenen Melodien erhältlich – Sie wählen selbst, welche Ihren kleinen Liebling in den Schlaf begleiten soll!

Und damit Sie nicht bis Eulenpfingsten warten müssen, heißt es jetzt auch bei uns: die Eule ist los!


Es war einmal….

So fangen Märchen an, und kaum ein Tier wird in Märchen so verunglimpft wie der Wolf. Der böse Wolf, der die Geißlein frisst, das Haus der kleinen Schweinchen umpustet, die Großmutter verspeist und das Rotkäppchen gleich hinterher. Mit Hinterlist und Heimtücke geht er zu Werke, frisst Kreide, um seine Stimme zu verstellen und die Geißlein zu täuschen, zieht die Nachthaube der Großmutter an und legt sich in ihr Bett, um das Rotkäppchen zu überlisten, wie wir bei den Gebrüdern Grimm nachlesen können: „Da lag die Großmutter und hatte die Haube tief ins Gesicht gesetzt und sah so wunderlich aus. “Ei, Großmutter, was hast du für große Ohren!” – “Dass ich dich besser hören kann!” – “Ei, Großmutter, was hast du für große Augen!” – “Dass ich dich besser sehen kann!” – “Ei, Großmutter, was hast du für große Hände!” – “Dass ich dich besser packen kann!” – “Aber, Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul!” – “Dass ich dich besser fressen kann!” Kaum hatte der Wolf das gesagt, so tat er einen Satz aus dem Bette und verschlang das arme Rotkäppchen.“

Gefährlich, böse, heimtückisch und blutrünstig – so wurde und wird er oft dargestellt, Legenden wie die vom Werwolf entstanden. Sie trugen das Ihre dazu bei, dass der Wolf gejagt, verfolgt und beinahe ausgerottet wurde. Gut, da gibt es die eine oder andere Geschichte, die etwas freundlicher mit dem Wolf umgeht. Beispielsweise die Wölfin, die Romulus und Remus säugte, das Wolfsrudel, das in Kiplings Dschungelbuch den kleinen Mowgli aufzog. Aber ein wirklich liebenswertes Tier ist der Wolf in keiner dieser Geschichten.

Es ist an der Zeit, das zu ändern. Wie wäre es mit einer Geschichte um einen kleinen Wolf, vielleicht den siebten Welpen im Wurf? Ein Wölfchen, das seine Wolfsmama damit verblüffte, dass es mit bunten Ohren zur Welt kam? Das eine blau, das andere rot. Ein Wolfswelpe, der den wilden Spielen seiner Geschwister wenig abgewinnen konnte und sich stattdessen stundenlang mit Bauklötzen beschäftigte? Nennen wir ihn Wilbur.

Der kleine Wolf wurde tatsächlich berühmt, denn der Markenhersteller Sterntaler erkannte, wie niedlich und liebenswert er ist, und entwickelte viele schöne und praktische Produkte, bei denen Wilbur die Hauptrolle spielt.

Ob im Badezimmer oder auf dem Wickeltisch: Wilbur zeigt sich stets von seiner besten Seite und demonstriert, wie freundlich und niedlich kleine Wölfe sein können.

Auch beim Schlafengehen ist Wilbur mit von der Partie und begleitet die Kinder ins Land der Träume. Auf der Stubenwagen-Garnitur zum Beispiel oder als Applikation auf kuscheligen Schlafsäcken. Und weil Wilbur nicht nur Bauklötze, sondern auch Musik gern hat, gibt es ihn natürlich auch als Spieluhr. Besonders die größeren Spieluhren haben es „in sich“, denn hier können die Käufer aus fast 50 Melodien ihre Lieblingsmelodie auswählen. Außer klassischen Schlafliedern stehen Kinderlieder wie „Hänschen klein“, „Alle meine Entchen“ oder „Kommt ein Vogel geflogen“, Schlager wie „In München steht ein Hofbräuhaus“ oder „Berliner Luft“, Lustiges wie der Ententanz oder „Hej Pippi Langstrumpf“ und Romantisches wie „Für Elise“ zur Auswahl.

Bei den Mahlzeiten ist Wilbur ebenfalls ein gern gesehener Gast, er schmückt Lätzchen, es gibt Wilbur-Kindergeschirr, -Platzdeckchen und -Besteck. Für den Kindergarten ist eine Trinkflasche erhältlich und sogar ein Wilbur-Freizeitrucksack.

Wilbur ist im Laufgitter dabei, als Applikation auf der Laufgittereinlage oder als Spielfigur an der Spielzeug-Spirale, er vertreibt die Zeit auf Ausflügen, ob an der Kinderwagen-Kette oder als Nackenstütze, und er wärmt an kalten Tagen in Gestalt von Baby-Schuhen, Fäustlingen, einer kuscheligen Mütze oder einem weichen Schal.

Auf dem Strampelsack ist er ebenso vertreten wie auf dem Poncho, dem tollen Kinderzimmerteppich oder der liebevoll gestalteten Wilbur-Motiv-Krabbeldecke.

Und da Wilbur nun mal ein sehr verspielter kleiner Wolf ist, gibt es selbstverständlich diverse Wilbur-Spielzeuge. Ob Zipfeltuch, Greifling, Greifquietsche, Knuddelsäckchen, Schmusetuch oder für die etwas Größeren das Wilbur-Spielbuch oder das witzige Rückziehauto: Wilbur macht nicht nur eine sehr gute Figur, sondern auch viel Freude!

Das war sie nun, die Geschichte von dem kleinen Wolf mit den bunten Ohren, der nichts lieber tut, als Kinderaugen zum Leuchten zu bringen. Und das Schönste daran ist: sie ist wahr!



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Darf´s ein bisschen mehr sein?

Können Sie sich noch an Ihren ersten Einkauf erinnern? Nein, nicht den online, auf eBay oder sonstwo im Internet. Sondern den ersten Gang zum Einkaufen, ganz allein als Kind.

Ich war 3 oder 4 Jahre alt, als ich zum ersten Mal allein zum Kaufmann durfte. Ja, zum Kaufmann. Supermärkte gab es kaum, damals in den 60ern. Dafür hatten auch kleine Dörfer noch einen Tante-Emma-Laden. Auch unseres, wobei es eher ein Onkel-Walter-Laden war, mit einer Tante Anneliese im Schlepptau. Was ich kaufen sollte, weiß ich nicht mehr, wohl aber, wie ich den Einkauf transportieren sollte. Ein kleines Körbchen hatte ich dabei, viel wird nicht hinein gepasst haben, aber ich erinnere mich gut daran, wie stolz ich war, als ich mit meinem Körbchen loszog.

Viel passieren konnte nicht, Autos gab es zwar, aber wenige, ich musste eine Straße überqueren, dann durch eine Gasse, die ohnehin zu schmal für Autos war, und dann war ich auch bereits am Ziel. Zum Bäcker war es sogar noch näher, dazu musste ich nur unser Grundstück verlassen, an der Kirche vorbeigehen, in deren unmittelbarer Nachbarschaft wir wohnten, und ca. 50 Meter nach links. Unvorstellbar: Ein Kaufmann und ein Bäcker in einem Dorf, und tatsächlich ging das jahrzehntelang gut. Beide konnten von ihren Geschäften leben.

Der Bäcker war ein Kinderparadies, dort gab es Behälter mit allerlei Süßkram, die Gummibärchen konnte man einzeln für einen Pfennig kaufen. Wann immer eine Hochzeit stattfand, standen die Kinder des Dorfes vor der Kirche Spalier und warteten darauf, dass das Brautpaar Geld warf. Auch die Pfennige wurden sorgsam aufgesammelt, schließlich konnten wir sie gleich um die Ecke umtauschen in Süßigkeiten aller Art.

Je nachdem, wo Sie aufgewachsen sind und wann Sie geboren wurden, werden Sie bereits ein Schulkind gewesen sein, als Ihre Eltern Ihnen endlich erlaubten, zum ersten Mal allein loszuziehen. Es ist ja nicht nur der Weg, der zunehmende Verkehr. Auch die Art des Einkaufens hat sich im Lauf der Jahrzehnte grundlegend verändert.

Die Kinder der 60er, 70er und vielleicht auch der 80er Jahre kennen altmodische Registrierkassen, die keinen Scanner UND keinen Strom brauchten, Waagen, die mit Gewichten funktionierten und überschaubare Gänge mit einem begrenzten Angebot. Man brauchte kein Handy, um vor einem überfüllten Regal mit mindestens 50 Sorten Nudeln um Hilfe zu telefonieren. Ein simpler Einkaufszettel reichte. Man musste auch keine Angst haben, dass der Strichcode falsch gelesen wurde, so dass aus günstigen Äpfeln teure Sternfrüchte wurden. Orangen und Bananen waren nämlich in der Regel das Exotischste im Sortiment. Und anstatt 5 eingeschweißte Scheiben Wurst zu kaufen, die kurioserweise exakt 100 Gramm wiegen, hörte man an der Wursttheke im Kaufladen oder beim Schlachter den unvermeidlichen Satz: „Darf´s ein bisschen mehr sein?“, weil Aufschnitt nun mal nicht immer gleich ausfällt.

Wir reden von einer Zeit, in der eine Dose Pfirsiche ein Luxusartikel war und man die Soßen noch ohne Pulver kochte. Getränke kaufte man in Flaschen aus Glas, Milch holten zumindest die Dorfkinder direkt vom Bauern, der mit etwas Glück auch Eier anbot. Tatsächlich ist heute kaum noch vorstellbar, dass man es früher als vollkommen normal empfand, eben nicht eine Riesenauswahl zu haben. Man aß und trank, was es gab, und man brauchte auch nicht anhand von 5 Prospekten die Preise von diversen Discountern zu vergleichen, denn im Großen und Ganzen gab es überall das Gleiche. Eigentlich geradezu paradiesisch, wenn Sie mich fragen.

Unsere Kinder wachsen auf mit einer Fülle von Produkten, mit Supermärkten, in die „mein“ Onkel-Walter-Laden hundertmal passen würde, mit Pfandautomaten und Kassen, die den Dienst versagen, wenn der Strom ausfällt. Fast alles basiert inzwischen auf Selbstbedienung. Allerdings gibt es zum Glück noch immer den Fleischer oder die Fleisch- und Wursttheke, den Käse kann man sich abwiegen lassen, der Bäcker verkauft nach wie vor Brot und Gebäck, das nicht abgepackt ist, und auf dem Wochenmarkt werden auch Obst und Gemüse noch immer abgewogen.

Kinder lieben Rollenspiele, und Kinder spielen gerne Einkaufen, heute noch genauso wie früher. Ein liebevoll ausgestatteter Kaufladen oder Marktstand macht Freude und beschäftigt Kinder oft stundenlang.

Eine Waage gehört genauso dazu wie Kisten und Körbe mit Obst und Gemüse. Die Früchte bestehen aus Holz, die Blätter aus Kunststoff oder Filz, alles ist detailreich gestaltet und sieht richtig lecker aus! Natürlich dürfen auch die Papiertüten zum Verpacken nicht fehlen!

Wurst, Käse, Brot und abgepackte Lebensmittel sind ebenfalls im Angebot.

Auch Süßschnäbel kommen auf ihre Kosten, mit Torte, Gebäck und süßen Teilchen.

Nun fehlt noch etwas sehr Wichtiges, denn was wäre das schönste Geschäft ohne Kundschaft? Und das sind Sie liebe Eltern und Großeltern. Tun Sie also Ihren Kindern und Enkelkindern den Gefallen und kaufen Sie ein, plaudern Sie mit der kleinen Ladenbesitzerin oder dem kleinen Kaufmann und sagen sie freudig ja, wenn man Sie fragt: „Darf´s ein bisschen mehr sein?“


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